Liebe Gemeindeglieder,
„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ Diese Worte vom Propheten Sacharja werden uns als Spruch für den 1. Advent und die erste Adventswoche auch in diesem Jahr wieder zugerufen. Er kündigt das Kommen Gottes unseres Königs an. Sind wir darauf vorbereitet?
Wir können diese Ankunft erwarten wie die eines Medienstars, als großes Ereignis, von dem alle reden. Das uns im Grunde aber nichts angeht. Wir können ein Familienfest vorbereiten, bei dem sich die ganze Familie trifft und gemeinsam feiert. Wo jeder erzählt, was er in der letzten Zeit erlebt hat und was ihn beschäftigt. Wir können aber die Ankunft auch als ganz persönlichen Besuch verstehen, bei dem der König in unsere Herzen einzieht. Und darum geht es im eigentlichen Sinn.
Gott kommt zu uns. Darauf warten wir. Darauf hoffen wir, jedes Jahr wieder neu. D.h. Wir leben nicht nur von dem, was hinter uns liegt, sondern immer auch von der Erwartung an morgen. Weil Gott einer ist, der kommt.
Auch in Zeiten, in denen unsere Gedanken ganz vom gestern oder vom Heute vereinnahmt werden, bleiben wir Wartende. Gott kommt. Das bedeutet auch: Gott ist nicht von gestern.
Hier und da erleben wir, dass Glaube und Kirche als Auslaufmodelle hingestellt werden. Gefährlicher für den Glauben aber sind Einstellungen, die Gott im Gestern einsperren wollen. Wo Traditionen wichtiger werden als der lebendige Glaube, als die Gegenwart und Zukunft Gottes.
Gott winkt uns nicht aus der Vergangenheit zu. Er ist im Kommen. Und es ist wichtig, dass wir uns darauf vorbereiten. Das kann mühsam sein, denn ein kommender Gott ist uns fremder als ein gewohnter. Es gilt Gott und sein Wort wieder neu zu entdecken und in uns Wurzeln schlagen zu lassen. Dazu braucht es Zeit, dazu braucht es Stille. Aber nur so können wir ihm begegnen, als den, der uns hilft und der für Gerechtigkeit sorgt.
Das wünsche ich uns allen für die kommende Advents – und Weihnachtszeit. Das wünsche ich besonders denen, die seine Hilfe ganz sehr brauchen, den Kranken, den Enttäuschten den Ängstlichen und den Traurigen. Möge das Licht von Bethlehem uns alle erreichen und froh machen.
Viele Grüße auch im Namen des Kirchenvorstandes und der Mitarbeiter
Ihr bzw. Euer Pfr. Chr. Georgi